Viele Familien, mit denen ich zusammengearbeitet habe, wünschen sich mehr Ordnung zu Hause. Und sie denken zunächst, dass sie dafür vor allem bessere Organisationssysteme brauchen: mehr Stauraum, Aufbewahrungslösungen oder vielleicht ein neues Regal. Aber manchmal bleibt das Gefühl trotzdem gleich. Es wird umgeräumt, neu sortiert und anders verstaut — und dennoch wirkt der Bereich nicht so klar, übersichtlich oder luftig, wie man es sich eigentlich wünscht.

Woran liegt das?

Das Problem ist in erster Linie gar nicht mangelnde Ordnung, sondern, einfach zu viele Dinge.

Versteht mich nicht falsch: Passende Aufbewahrungssysteme und feste Plätze für Alles sind essenziell, um im Alltag überhaupt Ordnung halten zu können. Ich bin auch die Erste, die clevere Stauraumlösungen liebt. Aber wenn zu viele Dinge untergebracht werden müssen, stoßen selbst die besten Systeme an ihre Grenzen. Außerdem organisiert man mit jeder neuen Aufbewahrungslösung unter Umständen auch Dinge, die man gar nicht mehr behalten möchte.

Es braucht also beides: weniger Dinge und eine Organisation, die zum eigenen Alltag passt. Ordnung durch Reduktion.

Das ist eine Erkenntnis, die unser Zuhause vor vielen vielen Jahren komplett veränderte. Der erste Schritt war es, bewusst loszulassen. Erst wenn du weißt, was du wirklich brauchst und behalten möchtest, kannst du deine Aufbewahrungs- und Stauraumlösungen darauf abstimmen. Für deinen Alltag heißt das, dass viel weniger Dinge bewegt, verstaut und immer wieder neu sortiert werden müssen. Alles bekommt einen logischen und gut zugänglichen Platz.

Warum Ordnung durch Reduktion der Schlüssel ist

Wir besitzen im Durchschnitt 10.000 Gegenstände – das hat das Statistische Bundesamt ermittelt. Und obwohl uns die meisten davon nicht täglich bewusst auffallen, beeinflussen sie natürlich unser Wohlbefinden.

Je mehr Dinge wir haben, desto schwieriger ist es, Ordnung zu halten. Und desto mehr Raum nehmen sie auch in unserem Kopf ein – sei es durch Entscheidungen, Wartung oder schlicht das ständige Umräumen. Denk daran: jeder Gegenstand will etwas von dir – lies mich/ wasch mich/ bepflanze mich/ staube mich ab/ verkaufe mich/ räum mich weg/ tausch mich aus etc. – eine silent-to-do-Liste.

Aber Reduktion bedeutet nicht automatisch „Minimalismus“ (falls du aber Interesse an einer reduzierten Lebensweise hast, kannst du in diesem Blogpost von mir gerne weiterlesen). Denn es geht mir gar nicht darum, dass man mit lediglich 500 Dingen leben sollte. Sondern darum, dass du eben nur das bei dir behältst, was wirklich eine Bedeutung für dich hat und einen positiven Unterschied macht.

Wie kannst du beginnen – und worauf du achten solltest:

1. Starte dort, wo du es am meisten brauchst.

Welcher Bereich fühlt sich in deinem Zuhause gerade überladen an? Dein Kleiderschrank, die Küche, das Kinderzimmer oder das Büro? Fang genau dort an.

2. Denk in Kategorien statt in Räumen.

Ein Trick, der hilft: Räum nicht einfach „das Schlafzimmer“ auf, sondern arbeite gezielt nach Kategorien – z. B. Kleidung, Deko oder Papierkram. So bekommst du schneller ein Gefühl für das, was wirklich wichtig ist.

3. Entscheide bewusst, was neu dazukommt.

Initiale Ordnung entsteht durch Aussortieren, Strukturieren und Festlegen von alltagstauglichen Plätzen für die Dinge, die bleiben. Aber nur anschließendes, bewusstes Kaufen hilft dir, diese Ordnung zu bewahren.

Durch diesen Prozess habe ich selbst überhaupt erst gespürt, wie sehr unser Zuhause mich stärkt, wenn es nicht überladen ist – sondern eben bewusst gestaltet und „ausgestattet“.

Wenn du dir für einen Bereich deines Zuhauses einen klaren Blick von außen wünschst, begleite ich dich im Rahmen einer Home Clarity Session gerne dabei, zu sortieren, zu reduzieren und neu zu ordnen. Mehr Informationen zu meinen Curated Home Services findest du hier.

Liebe Grüße, Julia