Kennst du das? Du willst bei Pinterest nur schnell nach einem Rezept fürs Abendessen suchen – und nach zehn Minuten hast du so viele Interior-Inspirationen gesehen, dass du dich fragst, ob deine Wohnung eigentlich nur ein kleines Update oder direkt eine komplette Umgestaltung braucht.

Perfekte Architektenhäuser, High-End-Küchen, farblich abgestimmte Bücherregale, besondere Leuchten, Kunst, Accessoires. Zehn Minuten reichen manchmal aus und plötzlich fehlen uns Dinge, von deren Existenz wir vorher nicht einmal wussten.

So ging es zumindest mir.

Je mehr schöne Räume ich sah, desto mehr wurden sie (ohne dass es mir bewusst war), zur Messlatte für unser eigenes Zuhause. Unsere Räume, die ich eigentlich immer gerne mochte, wirkten plötzlich nicht mehr gut genug. Nicht besonders-, nicht fancy-, nicht perfekt genug.

Ihr wisst, dass ich reduzieren, aussortieren, loslassen und die Dinge, die bleiben organisieren liebe – darüber hab ich hier auf dem Blog oft geschrieben. 🙂 Es macht meinen Kopf frei, ich fühle mich dann immer richtig ruhig und klar. Das weiter regelmäßig zu machen half mir im ersten Moment schon, mich nicht ganz so sehr von zu vielen Interior-Inspirationen verunsichern zu lassen. Aber vollständig verschwand das ständige Vergleichen trotzdem nicht..

Ich sah ein neues Interior, eine besondere Farbkombi oder ein Möbelstück und dachte oft direkt: „Vielleicht wäre es so doch schöner, wenn….“. Oder: „Warum haben wir das eigentlich nicht?

Wenn aus Interior-Inspiration plötzlich Vergleich wird

Irgendwann wurde mir klar, dass es mir nicht an Interior-Inspiration fehlte, denn davon hatte ich offensichtlich mehr als genug. Es fehlte mir auch nicht unbedingt das neue Sofa, die andere Wandfarbe oder ein noch cooleres Designobjekt (obwohl solche Dinge manchmal natürlich die richtigen Maßnahmen sein können, ich liebe es ja auch nach wie vor, für unser Zuhause einzukaufen 🙂 ).

Der entscheidende Perspektivwechsel war für mich die Erkenntnis, dass ich durch diesen ganzen Input von Außen immer weniger spürte, was sich für mich selbst eigentlich richtig anfühlt.

Dein Zuhause muss nicht mit den Räumen mithalten können, die du jeden Tag in den sozialen Medien siehst. Und es muss auch keiner bestimmten Ästhetik folgen. Viel interessanter ist doch generell die Frage: Erzählt es etwas über die Menschen, die darin leben?

Genau mit dieser Frage habe ich mich in den vergangenen Jahren immer intensiver beschäftigt. Daraus ist schließlich mein Workbook Wohnen mit Charakter“ entstanden: als Einladung, den eigenen Wohnstil nicht anhand des nächsten Inspo-Fotos auf Pinterest zu suchen, sondern wieder stärker bei dir selbst anzufangen und letztendlich anzukommen.

Wenn euch das Thema interessiert, dann seht es euch gerne mal hier an. 🙂

Liebe Grüße

Julia